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Skandal um drohende Abschiebung von Lehrling in Bruck/Mur

Grünen-LAbg. Lara Köck: „Diese Abschiebungen sind auf mehreren Ebenen völlig falsche Entscheidungen und schaden nicht nur den Unternehmerinnen und Unternehmern, sie verhindern auch eine der erfolgreichsten Integrationsmöglichkeiten!“

Das Erfolgsprojekt „Lehre für Asylwerbende in Mangelberufen“ ist in Gefahr. Aktuell nehmen in Österreich die negativen Asylentscheidungen auch für Menschen in Lehre zu. Es ist bereits zu ersten Abschiebungen gekommen – direkt vom Lehrplatz und mehrmals in das Bürgerkriegsland Afghanistan. Diese Vorgangsweise sorgt für massive Verunsicherung bei den betroffenen Lehrlingen und den Betrieben.

Die Grüne Landtagsabgeordnete Lara Köck​ präsentierte heute in Bruck/Mur einen aktuellen dramatischen Fall aus der Region und trat gemeinsam mit Dominik Köck von der Bäckerei Köck und mit Lehrling Mohammad Nasim Ahmadi, der vor wenigen Tagen einen zweitinstanzlichen Abschiebebescheid nach Afghanistan erhalten hat, vor die Presse um eindringlich auf die Problematik aufmerksam zu machen.

„Diese Abschiebungen sind auf mehreren Ebenen völlig falsche Entscheidungen“, betonte Köck dabei: „Während Länder wie die Schweiz und Frankreich nach Höchstgerichtsurteilen Abschiebungen nach Afghanistan aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage gestoppt haben, schickt Österreich zur Zeit regelmäßig Menschen in den möglichen Tod.“ Laut Friederike Stahlmann vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, die für deutsche und britische Gerichte als Gutachterin tätig ist, sind Menschen in Afghanistan „landesweit in Gefahr“.

Dazu kommt: „Die Abschiebung von Asylwerbenden in Lehre schadet nicht nur den Unternehmerinnen und Unternehmern, sie verhindert auch eine der erfolgreichsten Integrationsmöglichkeiten. Eine der größten Chancen für die Integration ist die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt. Eine Chance für die Betroffenen selbst, aber auch für die Unternehmen und unsere Gesellschaft. Schließlich bringt eine Lehrstelle Fachausbildung, Sprachkompetenz, Freundschaften und Einbindung in die österreichische Gesellschaft. Die Lehre in Mangelberufen ist eine der wenigen Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerbende. Denn gerade im Bereich der Mangelberufe suchen Betriebe händeringend nach Arbeitskräften – der Fachkräftemangel schreitet rasch voran. Die Lehre für Asylwerbende ist hier eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, so Köck, die dabei auch von der Bäckerei und mit aktuellen Lehrling im Brucker Betrieb bestätigt wurde.

Die Grünen fordern, das in Deutschland bewährte Modell „3plus2“ bei Asylwerbenden in Lehre umzusetzen. „3plus2“ sieht vor, dass Lehrlinge während ihrer 3-jährigen Lehrzeit und den ersten beiden vollen Arbeitsjahren nicht abgeschoben werden. Eine entsprechende Landtagsinitiative hat Lara Köck bereits gestartet – sie hofft, dass sich die Steiermark hier parteienübergreifend dafür stark macht.

Außerdem ruft Köck weitere betroffene Unternehmen auf, sich bei ihr zu melden um sie durch bessere Vernetzung Unterstützung zu können. (14. Mai 2018)



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