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Frauentag: Grüne Initiativen für geschlechtergerechte medizinische Versorgung und für Aufwertung der Frauenpolitik im Budget

Gendermedizinerin Univ. Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer, Österreichs Wissenschafterin des Jahres, wird mit den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses über politische Rahmenbedingungen diskutieren.

Anlässlich des morgigen Weltfrauentages legen die Grünen heuer ein besonderes Augenmerk auf geschlechtergerechte Medizin. Denn „GesundheitsexpertInnen verweisen regelmäßig darauf, dass Gesundheit ein Geschlecht hat: Einerseits hat die Lebensrealität von Frauen und Männern Einfluss auf ihre Gesundheit - andererseits weisen Frauen und Männer geschlechtsabhängige Symptome und Behandlungsreaktionen auf. Doch leider gibt es in unserem Gesundheitssystem noch immer zu wenig Bewusstsein dafür, wie wichtig diese Erkenntnisse für Frauen und Männer sind“, betont die Grüne Landtagsabgeordnete Sandra Krautwaschl, die ja auch Vorsitzende des Gesundheitsausschusses ist, die „Wichtigkeit einer geschlechtergerechten medizinischen Versorgung in der Steiermark“.

Ein paar Beispiele unterstreichen dies: Ohne geschlechtergerechte Medizin kommt es oft zu Unterversorgung, Überversorgung oder Fehlversorgung von betroffenen Frauen und Männern. So werden beispielsweise Symptome für einen Schlaganfall bei Frauen oder Depressionen bei Männern nicht als solche erkannt. Oder: Frauen werden viel zu häufig Psychopharmaka verschrieben“, führt Krautwaschl aus: „Das kann nicht in unserem Sinn sein.“ Daher: „Es braucht ausreichend Forschung und verpflichtende Ausbildung für angehende MedizinerInnen um diese Thematik endlich als Selbstverständlichkeit in unserem Gesundheitssystem zu verankern“, fordert Krautwaschl. Sie hat übrigens dazu, gemeinsam mit Landtagspräsidentin Bettina Vollath, die Wissenschaftlerin der Jahres 2016, Österreichs erste Professorin für Gendermedizin an der Meduni Wien, Univ. Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer, zu einem internen Vortrag für die Mitglieder des Gesundheitsausschuss in den Landtag und die KAGes-Führung im April geladen. Dabei sollen auf politischer Ebene Rahmenbedingungen diskutiert werden, die es braucht um in diesem Bereich tätige PraktikerInnen mit Ressourcen auszustatten.

Auch in einem anderen frauenpolitischen Bereich werden die Grünen aktiv: Sie nehmen nämlich die Kritik der Landesrechnungshofes, der in seiner Stellungnahme zum letzten Landesbudget gefordert hatte, den „Aufgabenbereich Gesellschaft und Frauen nach sachorientierten Gesichtspunkten vom Globalbudget Bildung und Gesellschaft abzuspalten und in ein eigenes Globalbudget Gesellschaft und Frauen aufzunehmen“ auf und bringen einen entsprechenden Antrag ein. Lara Köck, die nach ihrer Angelobung als Landtagsabgeordnete am 21. März auch für den Frauenbereich bei den Grünen zuständig sein wird, erinnert daran, dass „es auch auf Bundesebene ein eigenes Globalbudget Gesellschaft und Frauen gibt“: „Bei den Budgetberatungen 2017 zum Bereich ,Frauen und Gleichstellung‘ merkte Staatsekretärin Muna Duzdar (SPÖ) an, dass Gleichstellungspolitik eine Querschnittsmaterie sei, in der alle Ministerien Akzente setzen sollten. Das hielt die Bundesregierung aber nicht davon ab, ein eigenes Globalbudget einzurichten“, hofft Köck, dass sich die zuständige steirische Landesrätin Ursula Lackner (SPÖ) diese Vorgangsweise zum Vorbild nimmt: „Mit einem eigenen Globalbudget wird die Frauenpolitik sichtbar aufgewertet.“

Am morgigen Weltfrauentag werden die Grünen in Graz unterwegs sein, um über ihre frauenpolitischen Forderungen zu informieren – und natürlich werden viele Grüne auch bei der Kundgebung des „8. März Komitees“ sein. Beginn der Demonstration ist um 17 Uhr beim Griesbäcker am Griesplatz. (7. März 2017)

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